GUTACHER MALERKOLONIE

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Künstler in das Gutachtal, Schriftsteller und vor allem Maler. Ihre Werke sind ein einhelliges Lob der Landschaft, der markanten Bauernhäuser und der Menschen in ihrer attraktiven Tracht mit dem inzwischen weltbekannten Bollenhut. 

In den Künstleralben des „Löwen“ und der „Linde“, in Gästealben und in Briefen, in Presseveröffentlichungen und nicht zuletzt in Kunstwerken selbst haben sich über hundert Künstler verewigt, unter anderen: Gustav Schönleber, Ludwig Knaus, Heinrich und Karl Eyth, Carl Bloss, Max und Viktor Roman, Ludwig des Coudres, Friedrich Kallmorgen, Henri d’Eu de Perthes, Christian Landenberger, Ernst Kielwein, Fritz Voellmy, Heinrich Issel, Fritz Reiß, Viktor Puhonny, Albert Kappis, Franz Gräßel, Ernst Leuenberger, Vitus Staudacher, Heinrich Hoffmann, Karl Heinrich Lukas, Oskar Hagemann, Josef Wilhelm Weis, Friedrich Single ...

Seitdem sich die Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann (ab 1880) und Curt Liebich (ab 1891, endgültig ab 1896) Gutach zum Wohn- und Wirkungsort erwählt hatten, kann man vom Beginn der Gutacher Malerkolonie sprechen. Beide Künstler haben den Schwarzwald als Kulturlandschaft in der Malerkunst entscheidend mitgeprägt. Ihre Bezeichnung zu den Ausbildungsstätten in Berlin, Dresden, Weimar, München und Karlsruhe brachten viele Künstler aus allen Gegenden Deutschlands, der Schweiz und Frankreich nach Gutach.

Die Gutacher Malerkolonie war ein loser Verbund ohne Fixierung des einzelnen auf einen bestimmten Stil oder eine spezielle „Schule“ der Malerei, Manche Künstler hielten sich längere Zeit in Gutach auf, so z.B. Ernst Kielwein von 1892 bis 1902, andere kamen für kürzere „Malvisiten“ und waren zu Gast bei Hasemann oder Liebich.